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Kirche und Stadt zeigten sich irritiert und es kam damals auch in den Sonntagsnachrich-
ten zu einer kontroversen Diskussion. Das mag dem Geist des Pietismus entsprochen
haben, dem Geist der Zeit jedoch gewiss nicht.
Die ablehnenden Reaktionen waren umso unverständlicher, da ja Friedhöfe bekanntlich
einst durchaus Orte der Toten und Orte der Lebenden waren. Kürzlich wurden bei Bau-
arbeiten auf dem Marktplatz Halle Gräber gefunden, auf denen man sich ja auch unge-
niert und jahrzehntelang auch schon mal recht lärmend vergnügt hat.
Was in Halle/Saale keine Resonanz fand, wird anderorts im Interesse des weitgehen-
den Erhalts der Friedhofslandschaft erfolgreich praktiziert:
Wolfgang Huber, Bischof der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg eröffnete im
Sommer 2003 die „Erste lange Nacht auf dem Stahnsdorfer Südwestfriedhof“. Sie
brachte bei über 4.000 Besuchern über 30.000,-€ ein.
Dies ist nur ein Beispiel, wie Kultur für die Friedhofskultur genutzt werden kann. Natür-
lich muss auch eine Stadt wie Halle/Saale, die ständig nach irgendeinem Rang als Kul-
turstadt strebt, nicht auf allen Gebieten präsent und führend sein.
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