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In Deutschland wird das gesellschaftliche Leben seit jeher im besonderen Maße von Vereinen
unterschiedlichster Art geprägt.
Einst waren auch die deutschen Bestattungsvereine führend in Europa. Selbst in einer kleinen
Stadt wie Halle/Saale zählten sie mehr als 30.000 Mitglieder. Sie hatten sich untereinander zur
solidarischen Bestattungsfürsorge verpflichtet und gestalteten durch das Vereinsleben
maßgeblich die Bestattungskultur.
Die Volksfeuerbestattungsvereine wurden durch das NS-Regime zerschlagen und ihres
Vermögens beraubt. Der Großdeutsche Bestattungsverein ging als Organ des NS-Regimes mit
diesem im Jahre 1945 unter.
Danach übernahm in Deutschland der Staat mit seinem Sozialsystem die solidarische
Bestattungsvorsorge und setzte die kulturellen Rahmenbedingungen durch die Gesetzgebung.
Damit hatte sich der Staat offensichtlich bei weitem übernommen.
Mit der Abschaffung des gesetzlichen Sterbegeldes verabschiedete er sich 2004 endgültig aus
der solidarischen Bestattungsvorsorge. Die Gesetzgebeung der Länder hinkt mühsam dem
tatsächlichen und tiefgreifendem Wandel der Bestattungskultur hinterher.
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